Einfach auf den Tisch hüpfen und fertig? Vonwegen!
Wenn jemand knapp bekleidet zu im Hintergrund laufender Musik mit den Hüften schwingen kann, bedeutet dies noch lange nicht, dass er Talent zum Tabledancing hat.
Die Branche des Tabledance boomt und beschränkt sich längst nicht mehr auf schummrige Kaschemmen im Rotlichtmilieu. Viele Discos und Clubs beschäftigen zwischenzeitlich Tabledancer, die auf Boxen und an Stangen tanzend das Publikum animieren sollen.
Wer Tabledancer werden will, muss sicherlich einige Grundvoraussetzungen erfüllen: ein gewisses Rhythmusgefühl besitzen, um sich angemessen im Takt der Musik bewegen zu können, und einen relativ durchtrainierten Körper vorweisen können, bei dem die ohnehin sehr knapp bemessenen Berufsoutfits nicht zusätzlich einschneiden. Es gibt zwar durchaus auch einen Markt für mollige Tabledancer, doch dieser ist extrem begrenzt. Hier haben es schlanke attraktive Menschen doch erheblich einfacher, engagiert zu werden.Beim Tabledance geht es vornehmlich um die Animation des Publikums: man führt den Gästen nicht einfach eine Inszenierung vor, sondern man arbeitet mit ihnen. Man animiert das Publikum, man flirtet mit ihm. Dies setzt natürlich voraus, dass man seinen Job aus dem Effeff beherrschen muss: man muss sich über sämtliche seiner Bewegungen und Blicke bewusst sein und darf sich nicht irritieren lassen. Dies setzt ein entsprechendes Training voraus: professionelle Tabledancer tanzen auch nicht nur öffentlich, sondern feilen täglich an ihren Shows und tanzen mitunter auch mal stundenlang vor dem heimischen Spiegel. Denn auch die fundierteste Ausbildung ersetzt nicht die Übung: beim Tabledancing sehen sich die Akteure nämlich aufgrund des stetigen Chartflusses wöchentlich mit wechselnden Liedern konfrontiert, auf die die Bewegungen jeweils neu abgestimmt werden müssen. Tabledance ist die Kunst, Choreografien umzusetzen ohne erkennen zu lassen, dass man bestimmten Bewegungsfolgen folgt. Tabledance muss immer spontan anstatt erlernt wirken.
Wer Tabledancer werden will, hat es natürlich leichter, vorher schon eine fundierte Ausbildung im Tanzbereich absolviert zu haben. Hierbei reicht es auch schon, Angebote einer Tanzschule wie vor Allem den auf aktuellere Musik bezogenen Jazzdance wahrgenommen zu haben. Viele Tabledancer arbeiten zudem freiberuflich für größere Eventagenturen. Um hier einen Vertrag zu erhalten, benötigt man normalerweise keine Vorerfahrungen als Tabledancer, da diese Anbieter neuen Mitarbeitern selbst eine entsprechende Grundausbildung zukommen lassen. Alternativ kann man aber auch einen Profi ansprechen, die oft auch Privatunterricht geben und einen in die hohe Kunst des Tanzes an der Stange einweisen. Da man als Tabledancer pro Minute leicht das verdient, was Andere in einer ganzen Stunde verdienen, rentiert sich eine solche Investition dann oft schon innerhalb kürzester Zeit. Tabledance bedeutet im Übrigen nicht automatisch Stripdance!
Beim Tabledance sollte man allerdings auch nicht zu prüde sein und aufgrund der knappen Bekleidung kein Problem damit haben, sich und seinen Körper zur Schau zu stellen. Wer sich in Sachen Tabledance ausbilden lässt, ist generell auch gut damit bedient, sich das perfekte Ausziehen beibringen zu lassen, denn die Grenzen zwischen diesen zwei Sparten des Animationstanzes sind doch häufig sehr fließend und so werden im Sektor des Tabledance oft auch Oben-Ohne-Tänzer angefordert. Wer im Bereich des Animationstanzes Karriere machen will, sollte daher vorzugsweise auch beide Tanzstile beherrschen und sich somit im Bereich des ästhetischen Entblätterns ebenfalls instruieren lassen.